ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG, BÖTTGER!

4. Februar 2019: Heute ist es 337 Jahre her, dass Johann Friedrich Böttger geboren wurde und gleichzeitig markiert dieses Jahr seinen 300. Todestag. Noch interessanter als Böttgers Leben sind die mit ihm verbundenen Triumphe und Werke. Seine Lebensgeschichte ist in der Tat dunkler als es viele wissen – schon fast ironisch, da seine großartige Entdeckung des Böttgersteinzeugs in Bezug auf Farbe zunächst dunkler war als der direkte Nachfolger Porzellan.

Im Alter von 18 Jahren hatte der junge, talentierte Johann die Aufmerksamkeit von August dem Starken auf sich gezogen. Dieser glaubte, der aufstrebende Alchemist Böttger könne unedle Metalle in Gold verwandeln und lies ihn daher unter Hausarrest stellen – obwohl Böttger kein Verbrechen begangen hatte. Leider scheiterten seine Experimente, Gold zu schaffen, – ebenso wie seine andauernden Versuche, seiner Inhaftierung in Dresden zu entfliehen.

Dieser Lebensabschnitt war düster, bis ein gewisser Ehrenfried Walter von Tschirnhaus eine Zusammenarbeit vorschlug. Der Dresdner Wissenschaftler arbeitete seit etwa zwanzig Jahre an dem Geheimnis des wahren Porzellans. Trotz seines eigenen, nicht unerheblichen Fortschritts, erschloss sich Tschirnhaus, mit dem jungen, talentierten Böttger zusammenzuarbeiten. Ein kooperativer Ansatz, der zur Entdeckung der Rezeptur des Böttgersteinzeugs im Jahr 1708 führte und zwei Jahre später zur Erfindung des ersten europäischen Porzellans führen sollte.

Trotz seines Erfolgs und seiner Entdeckung war der inzwischen renommierte Alchemist noch immer an seine Haft gebunden. 

Böttger wurde zunächst nach Meißen verlegt, um unter strenger Bewachung mit Tschirnhaus weiter zu arbeiten. Als Sachsen 1706 kurzzeitig von Schweden besetzt wurde, brachte man ihn sicherheitshalber in eine weit entfernte Festung. 1707 schickte man ihn nach Dresden zurück, wo er ein speziell für ihn und seinen Auftrag eingerichtetes Laboratorium erhielt. 1708 entwickelte er eine erste Formel, die 1709 in Dresden zur Produktion von Porzellan und 1710 zu einem ersten Porzellanstück in Leipzig führte.

Obwohl Tschirnhaus 1708 starb, war es das Gemeinschaftswerk von Böttger und Tschirnhaus, welches zur Erfindung des Böttgersteinzeugs und schließlich zur Geburtsstunde des ersten europäischen Porzellans führte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Stücke eine rötliche Farbe und waren dem weißen Gold vorgelagert, welches in der neuen königlichen Porzellanmanufaktur, die August der Starke im Juni 1710 in Meißen hatte errichten lassen, hergestellt werden sollte.

Trotz dieses Triumphs und dieser Errungenschaften hatte Böttger dem Land Sachsen zu neuem Ruhm verholfen – von der berühmten „Maladie de Porcelain“ ganz zu schweigen, welche sogar die chinesische Konkurrenz ausstach und übertraf. Trotz allem war der inzwischen renommierte Alchemist noch immer an seine Haft gebunden. Erst im Jahr 1714 wurde er freigelassen.

Und so ist das Böttgersteinzeug ebenso in der Geschichte manifestiert, wie das weiße Porzellan an sich. Es ist Bestandteil des Kulturguts der Meissener Manufaktur und stellt heute eine Inspirationsquelle für Künstler und Kunsthandwerker dar, die sich für moderne Kreationen entscheiden. Die „Limited Edition 2019“ Kollektion zeigt einige Beispiele. Zu Ehren des Materials und dessen Schöpfers knüpft nun das Museum im Haus Meissen an mit einer Ausstellung an: eine Hommage an die Geschichte und den zeitlosen Charme des einzigartigen Böttgersteinzeugs.

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